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Bräunlein ...aus Liebe zum Garten - Mühlweg 49 - 90607 Rückersdorf

Zeichnung Wir bauen eine Weidenhütte

Ein Spaß für die ganze Familie:
Mit Weidenruten bauen

Weiden sind absolut robuste Gehölze. Sie kommen vollkommen ohne chemischen Pflan-zenschutz aus und sind damit ein Glücksfall für den umweltbewussten Gartenfreund. Noch wei-testgehend unbekannt sind ihre Fähigkeiten, als lebendes Baumaterial zu dienen. Indianerhütten und Dschungeltipis aus Weidenruten bieten beispielsweise fantastische Möglichkeiten, Kin-derspielplätze, Zäune und Gartenlauben natur-nah und ohne große Kosten zu gestalten. Aber nicht nur für die Kleinen ein Spaß, bieten sich auch für die Großen mit Weiden-Carports durchaus ernst zu nehmende Alternativen zu gängigen Lösungsangeboten.

Fangen Sie zunächst mit einer einfachen Kon-struktion wie dem Weidentipi an. Die Behausung für die kleinen Rothäute ist problemlos zu bauen. Die beste Zeit zum Aufstellen ist naturgemäß der Vorfrühling. Dann sind die Weidenruten noch ohne Laub. Mit den langsam ansteigenden Temperaturen können die Ruten in aller Ruhe die ersten Wurzeln entwickeln und ihr frisches Grün mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Nur wenn die neue Wurzelentwicklung dem Laubaustrieb folgen kann, können die langen Peitschentriebe anwachsen.

Das A und O eines erfolgreichen Weidenbaus ist die Auswahl eines passenden Standortes. Weiden sind Sonnenkinder. Im Schatten großer Gebäude oder Bäume kommt ihr Wachstums-motor ins Stottern und sie wachsen nicht zufrie-den stellend. Optimal ist deshalb ein freier Standort in sonnenverwöhnter Lage. Bedenken sollten Sie auch, dass Weidenbauten wegen ihres mitunter explosionsartigen Wachstums und ihres hohen Wasserbedarfs gute nachbar-schaftliche Beziehungen in Mitleidenschaft zie-hen können. Informieren Sie deshalb besser Ihre Nachbarn, wenn Sie eine Weidenkonstruktion in der Nähe der Grundstücksgrenze planen. So kann Streit erst gar nicht aufkommen.

Schritt für Schritt-Anleitung

Zunächst ernten Sie das Baumaterial, indem Sie ca. 2 cm dicke und 2 bis 3 m lange Ruten schneiden. Der Schnitt sollte spätestens bis zum Austrieb der Kätzchen im März erfolgt sein. Die frischen Ruten sollten umgehend gepflanzt werden. Wenn Sie sie nicht sofort pflanzen kön-nen, bewahren Sie die Weidentriebe zum Bei-spiel in einer kühlen, dunklen Garage oder im Keller auf. So mindern Sie die Gefahr des Aus-trocknens der Ruten.

Zeichnung Vorbereitungen beim Bau einer Weidenhütte

Ziehen Sie vor dem Pflanzen zunächst mit einer Schnur einen Kreis mit einem Durchmesser zwischen 150 und 200 cm. Mit Spitzeisen, Schaufel oder Hacke heben Sie entlang der Markierung einen kreisrunden, etwa 25 cm tie-fen und spatenbreiten Graben aus.

Lagern Sie den Grabenaushub auf einer Seite. Lockern Sie die Grabensohle auf und treten Sie danach nicht mehr auf ihr herum. Das würde den Boden erneut verdichten und der Wurzel-entwicklung der Weiden schaden. Bessern Sie den Aushub mit Kompost oder einer guten Pflanzerde auf. Wir beraten Sie gerne, welche Erde für Ihre Bodenverhältnisse die richtige ist.

Zeichnung Vorbereitungen beim Bau einer Weidenhütte

Stellen Sie die Ruten in den Graben. Anschlie-ßend hält ein Helfer beim Auffüllen des Grabens die Ruten in Position. Treten Sie die Erde mit dem Absatz leicht an. Der Rutenabstand beträgt zwischen 5 und 10 cm, je nachdem, wie dicht die Weidenhütte werden soll und wieviele Ruten zur Verfügung stehen. Die Hauptruten sollen sich im 45° Winkel kreuzen und werden mit dünneren Ruten, die Sie vertikal einschieben, miteinander verflochten.

Ein bewährtes Bindematerial ist Kokosschnur. Denken Sie daran, Ihr Weidentipi in den ersten Monaten nach der Pflanzung kontinuierlich zu wässern. Anfangs müssen Sie die Weidenruten sehr stark, am besten täglich, gießen. Im Laufe des Sommers können Sie Ihren "Neubau" durch Schnitt in Form halten.

Besondere Weidensorten

Neben den Ruten-Weiden in der freien Natur gibt es ausgesprochen schöne Zierformen aus der großen Familie der Weidengewächse, die im Garten und auf der Terrasse Blickfänge bieten:

Die Hängende Kätzchen-Weide (Salix caprea 'Pendula') ist ein klassischer Frühlingsbote, der mit seinen stark herabfallenden Trieben einen Hang zum Schönen zeigt. Die goldgelben Kätz-chen erfreuen Mensch und Insekt gleicherma-ßen. Kätzchen-Weiden sollten Sie nach der Blü-te kräftig zurückschneiden. Bei guter Nährstoff-versorgung ist Ihnen dann einer prächtiger Kätzchen-Besatz im nächsten Jahr sicher.

Die Weißbunte Hänge-Weide (Salix integra 'Hakuro Nishiki') ist ein weißbuntes Juwel nicht nur für das Asien-Ambiente. Als Strauch oder kleines Bäumchen muntert der Newcomer selbst kleinste Gartenbereiche kontrastreich auf. Regelmäßiger Schnitt hält die Maße im Miniatur-format. Ideal auch für den Buntlauber-Garten.

Die Japanische Drachen-Weide (Salix udensis 'Sekka') wirkt mit seinen breit verbänderten, überreich mit silbrigen Kätzchenblüten überzo-genen Trieben wie ein Wesen aus einer anderen Welt. Ein Kleinod für Freunde bizarrer Ast-ornamente und hübsch als Vasenschnitt für die hauseigene Floristik. Ungeschnitten ein stattli-cher Strauch, dessen Triebe vor hellen Mauern besonders zur Geltung kommen.